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“China zwischen Normierung und großer Freiheit: Die Magie der Schriftzeichen”
Vortrag von Herrn Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer am 13. November 2026 um 19:00 Uhr im Konfuzius-Institut München oder via Zoom/Youtube-Livestream
Zusammenfassung
Über zwei Jahrtausende fügte sich in China alles Sprachliche der chinesischen Zeichenschrift. Im 20. Jahrhunderte sollte dieses Schriftsystem durch eine Alphabetisierung ersetzt werden. Doch bald stellte sich heraus, dass das traditionelle Schriftzeichensystem weiter gebraucht wird.
In dem Vortrag sollen die Nachteile, vor allem aber auch die Chancen dieses Festhaltens an einem Jahrtausende alten Schriftsystem thematisiert werden. Es wird gezeigt, wie die Schrift zum Gegenstand des Spottes und der Satire ebenso wie zum Mittel tiefgründiger Weisheit wurde und wie seit der Bildungsreform und der Industrialisierung im 20. Jahrhundert die Zeichenschrift sich dann noch enger als je zuvor mit China verband. Sie bildet eine der wichtigsten Grundlagen des heutigen chinesischen Selbstverständnisses. Inzwischen ist der Anspruch Chinas auf (Welt-)Geltung nicht mehr von diesem Schriftsystem zu trennen.
Über den Referenten
Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer ist ein deutscher Sinologe und Publizist. Nach seiner Promotion 1973 in München und längeren Aufenthalten in Taiwan und Japan habilitierte er sich 1979 an der Universität Bonn. Von 1981 bis 1993 hatte er den Lehrstuhl für Ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaft an der Universität München inne. Anschließend leitete er bis 2015 die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Von 2016 bis 2023 war er Seniorprofessor an der Universität Tübingen und Gründungsdirektor des China Centrum Tübingen (CCT). Seit 2024 leitet er das EuroAsia-Institut für Kultursysteme.
Zuletzt ist von ihm erschienen: Buddha. Das Leben des Siddhartha Gautama (C.H.Beck, München, 2026).
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